27.11.06

wanderkater, muskeltag

so, ich kann hiermit von meiner ersten, seit einigen jahren vollbrachten und dazu freiwillig unternommenen wanderung berichten! das stimmt mich doch stolz. wer hätte gedacht, dass man mal freiwillig tut, wozu man schon als sehr junger mensch immer gezwungen wurde, nämlich mit schlechten schuhen und ein paar kilos auf dem rücken steinige bergwege runterzukraxeln, um am zielpunkt dann eine halbe stunde zu verschnaufen und dann den rückweg unter erschwerten bedingungen, weil berghoch, anzutreten. aber von vorne.

nachdem ich mama mittwoch wohlbehalten am flughafen abgeholt habe und wir dann schon ein bisschen cagliari gesehen haben und am donnerstag am poetto spaziert sind, haben wir freitag morgen unser bestelltes autochen abgeholt und sind nach baunei gefahren. das ist an der ostküste, etwa halb sardinien hoch. baunei selbst ist ein kleines, an die berge geklebtes dorf. dort gibt es dann eine große hochebene, und von da kann man mehrere kleine buchten auf mehr oder weniger gut begehbaren wegen erreichen.

freitag hatten wir nach drei stunden autofahrt nicht mehr so viel zeit - kurz nach fünf wirds ja auch hier dunkel, und so haben wir für den einstieg ins wanderbusiness die kürzere, aber laut reiseführer schwerere und nur für erfahrene wanderer geeignete strecke genommen - ein bisschen über eine stunde einen sehr steilen und sehr steinigen weg zwischen den bergen runter in die winzigkleine, schöne bucht cala goloritze. wie gut dass meine schuhe aber auch so gar kein profil haben!





aber auch den rückweg haben wir wohlbehalten und in kürzerer zeit als anvisiert überstanden. allerdings glaube ich das die strecke bei einigen grad mehr im sommer wirklich nicht so spaßig ist. jetzt ging es aber, in eineinhalb stunden war man wieder oben und ich habe sogar steine für die arme schildkröte hochtransportiert.

abends sind wir dann ins nahe santa maria navarrese gefahren und haben ein hotel gesucht. das haben wir aber nicht auf anhieb gefunden und siehe da, man frage nur die richtigen leute nach dem weg, da hatten wir schon eine ferienwohnung mit küche angeboten bekommen. ist halt ein sommer-strand-touristenort, wahrscheinlich hat jeder einwohner noch eine ferienwohnung im haus. so konnten wir auch zuhause kochen und mussten kein restaurant beglücken und so haben wir dann beschlossen, das wir zwei nächte bleiben.

am samstag wollten wir eigentlich in eine schlucht wandern, aber dann haben wir uns schon im auto doch noch umentschieden und sind wieder auf die hochebene bei baunei gefahren, um eine längere strecke in eine andere bucht zu wandern. ein stück sind wir mit dem autochen noch die holprige piste entlang, um ein bisschen weg zu sparen, aber irgendwann haben wir gedacht es sei genug und sind zu fuß weiter - noch gute elf kilometer! wir haben aber auch meine lieblingsfreunde wieder getroffen. kühe sind ja ehrlich gesagt viel schöner als pferde.



wir haben drei stunden in die bucht gebraucht, in der es sehr schön war und wir auch ganz alleine waren - allerdings brauchten wir ja nochmal 11 kilometer und drei stunden zurück und hatten deshalb grade mal eine knappe stunde zeit zu bleiben. ich bin nach dem essen eingeschlafen.





aber wir hab es (schon im dunkeln) dann doch noch zum auto geschafft, und als wir nochmal beim supermarkt gehalten haben, hätten unsere beine fast den dienst versagt. das tat echt weh!


sonntag haben wir deshalb keine wirkliche wanderung geplant, sondern sind nach orgosolo gefahren. auf dem weg dorthin sind wir einem wundertunnel begegnet - auf der einen seite war der himmel völlig behangen und es sah nach regen aus, als wir auf der anderen seite rauskamen war keine einzige (!!) wolke zu sehen und ein strahlend blauer himmel. orgosolo ist sardiniens banditendorf, ohhh gefahr gefahr! dort kann man sogenannte murales angucken, politische wandgemälde an den häusern, teilweise auch sehr schön und sehr eindrucksvoll.



viel mehr bietet orgosolo dann aber auch nicht und wir haben uns bald wieder aufgemacht, um in einem nahen wald noch ein stück spazieren zu gehen.
die landschaft auf dem weg nach und dann bei orgosolo hat mir bisher von allen landschaften hier am besten gefallen. ich muss da im frühling auf jeden fall wieder hin, wenn alles grün oder hellgrüner ist und blumen blühen und so.... hier gab es wie gesagt auch so richtige wälder, und auf den ebenen immer wieder große eichen, die ganz gelbrotes laub hatten. mit der sonne sah das so schön aus.... und überall, wirklich überall laufen schweine, ziegen, schafe und kühe frei rum. wir haben sogar auf der schnellstraße eine kuh getroffen, die am rand gefressen hat.




danach sind wir langsam wieder richtung cagliari gefahren und haben noch an der costa rei, der königsküste, im südosten sardiniens halt gemacht, da wurde es aber dann schon wieder dunkel. unterwegs mussten wir aber wie ihr seht den wundertunnel wieder in die andere richtung durchfahren.



von dort dauerte es noch eine stunde bis nach hause. meine schönen schuhe sind glaube ich jetzt tot, oder zumindest bald - die waren auch für salzwasser, steine und geröll nicht geschaffen.
aber es war schööön, schönschön, und haha, es ist ja noch nicht vorbei - fortsetzung folgt!!