11.12.06

begegnungen

lisa und frank sind da! am donnerstag abend sehr pünktlich beim busbahnhof abgeholt und am freitag morgen gleich wieder ins auto gesetzt, um nach villasimius zu fahren. juchu!


villasimius liegt im südosten von sardinien, an der ecke sozusagen, und hat tolle strände und ein cap namens carbonara. wir hatten am freitag auch noch tolles wetter und sind so langsam von cagliari nach villasimius gefahren, mit zwischenstops an ein paar anderen stränden und buchten. villasimius ist aber nicht umsonst so hochgelobt - schon schön!



lisa und frank sind ja gartenbauer und deshalb heißt es ständig „oh guck mal, strelitzie! und da, opuntie! ahhhh, ein allium, schnell, buddel das aus! hier, paeonia!“ unterwegs haben wir mandarinen von mandarinenbäumen an der straße geklaut, leider nur schlechte mandeln und gar keine feigen, dafür puschelgräser gefunden und eine opuntie geerntet, das ist nämlich eine feigenkaktee, die hier ja überall wachsen - eine rote frucht und auch ein blatt. frank hat nämlich mal gesehen das man das essen kann.
danach sind wir noch weiter nach norden, die costa rei hoch, und dann nach ein paar verwirrungen in der straßenfindung zurück nach cagliari, zu ein paar anderen verwirrungen in der straßenfindung.
glücklich zuhause angekommen, war es den gärtnern dann zu peinlich das kaktusblatt in der küche, wo die anderen sind, zu operieren und zu essen, deshalb liegt es jetzt noch in zeitung gewickelt hier rum und wartet auf seine stunde. mal sehen. die frucht haben wir lieber doch lieber auch nicht gegessen.

samstag haben wir uns dann nach bosa aufgemacht. aufstehen war sehr schwer, ich muss mal wieder ausschlafen! spätestens die polizeikontrolle auf der schnellstraße hat uns dann aber alle sehr gründlich aufgeweckt. ich dachte die halten uns an weil ich zu schnell war, und frank dachte ich schaffe es gar nicht mehr vor dem polizisten anzuhalten. ich musste auch ziemlich bremsen. der wollte dann aber nur führerschein und fahrzeugpapiere sehen und dann hat er uns wieder freigelassen. das war ein schöner adrenalinschock.
danach begann der tag der begegnungen. zuerst sind wir einem kuhtreiber begegnet.


sehr bald danach einer herde schafen mit ihrem hirten und etwas später den beiden hirtenhunden, die dazugehörten. außerdem einem in einen müllsackähnliche regenkleidung gehüllten eselreiter, der uns sehr pittoresk entgegengeritten kam.
nach einem nicht sehr erfolgreichen spaziergangsversuch in einem eichenwäldchen und einem zwischenstop in cuglieri, wo wir eine schöne aussicht bis ans meer der westküste hatten, erreichten wir dann am frühen nachmittag bosa - ein fischerdorf am temo, dem einzigen schiffbaren fluss sardiniens. bosa liegt etwa drei kilometer landeinwärts an der westküste und wird oft als schönste stadt sardiniens bezeichnet.


nach einem bankpicknick am fluss haben wir das überprüft und sind ein bisschen durch die stadt gelaufen. mittlerweile gabs auch wieder ein bisschen sonne - der tag war sehr viel kälter als der vortag und es hatte auch ein bisschen geregnet. bosa war wirklich schön. allerdings, wie normal zu dieser uhrzeit, auch sehr ausgestorben.
einquartiert haben wir uns in einem agriturismo inmitten toller oliven- und orangenhaine, hach, im frühling hin!!




bei einem spaziergang in den feldern (artischockenfelder!) haben wir dann die nächste begegnung des tages erlebt, und zwar mit dem bestimmt größten regenwurm der welt.


danach sind wir wieder in die stadt - was dann eine erfolglose und äußerst ermüdende suche nach essen wurde. in italien kriegt man nämlich abends nicht vor halb acht was zu essen, und selbst dann ist man noch sehr alleine im restaurant. um halb sechs, als wir so langsam hunger hatten, war einfach alles noch zu.
nach ewiger suche gaben wir auf, um in unserem bettchen unsere beine zu entspannen und später nach italienischer zeit zu essen. aber dann gabs leckere pizza und tiramisu zur belohnung und weil wir fast verhungert wären.

sonntag sind wir von bosa nach fonni ins gebirge gefahren, mit zwischenstop in macomer, um einen blick auf eine treckermesse zu werfen. ein blick genügte uns aber auch wirklich.
fonni ist das höchstgelegene dorf auf sardinien, und da war an dem wochenende „autunno in barbagia“ mit sowas wie tag der offenen tür - dasselbe, was wir in meana sardo besucht haben, als verena da war! also überall essen und wein probieren, käse und wurst kaufen, die einwohner in ihren trachten, vorführungen der alten häuser, zimmer, gegenstände und traditionen. leider war es heute echt kalt und wir waren ja noch dazu auf 1000 meter höhe.
außerdem sprangen einem immer touristen ins bild!


es war zwar nicht so herzlich wie in meana sardo (obwohl es eine ehre war, das wir dawaren, wie uns gesagt wurde), aber es war trotzdem schön und interessant und wir sind vier stunden rumgelaufen, ohne ein einziges haus zwei mal zu sehen. es gab auch murales und frank hat ein paar freunde gefunden.



und die sarden sind echt klein, was besonders diese haustür verdeutlicht!


nachdem es dunkel wurde, machten wir uns wieder auf den langen heimweg.