30.11.06

ein fahrrad-abenteuer

wenn man hier auf sardinien und noch mehr hier in cagliari auf die idee kommt, ein fahrrad zu leihen und dann eine fahrradtour zu machen, sollte man sich das vorher gut überlegen und sehr von seiner idee überzeugt sein. ansonsten gibt es viele menschen, die versuchen, es einem wieder auszureden.
das fängt an bei der netten dame im touristeninformationshäuschen. als verena da war haben wir schon mal nach fahrrädern gefragt, da war es aber wirklich nur eine spontane idee und wurde sofort mit einem freundlichen lächeln, aber bestimmter stimme weggewischt: fahrrad fahren kann sie uns ja gar nicht empfehlen, das ist viel zu gefährlich hier, wirklich. wegen dem verkehr.
mit mama dann ein erneuter versuch, diesmal besser vorbereitet - wir hatten uns schon überlegt wo wir hinwollen und ausgekundschaftet ob man das fahrrad auch im bus bis zum ausgangspunkt mitnehmen kann. geht, also die dame erneut gefragt wo es mountainbikes auszuleihen gibt, warnung überhört und eine einzige adresse für mountainbikes in cagliari bekommen.
das war aber zu kompliziert und so haben wir bei unserem stamm-autoverleih zwei ok-ene citybikes gemietet, die so aussahen als schaffen sie auch mal einen schotterweg.

als nächstes gilt es sämtliche verwundert und belustigt starrenden passanten zu ignorieren, auf den straßen (es gibt hier echt keine fahrradfahrer in der stadt) und besonders im busbahnhof. da braucht man schon nerven, um die blicke auszuhalten, die eindeutig sagen „guck dir mal diese deppen mit den fahrrädern an!“
fragt einer, wo es hingehen soll, wird der blick noch mitleidiger und jeder sagt, das geht nicht, da kann man doch nicht fahrradfahren.

hingehen sollte es in das naturreservat „sette fratelli“ in der nähe von cagliari, ein bisschen bergig (1000 meter), wo adler, mufflons und der sardische hirsch wohnen und man laut internet-mountainbiketouren-beschreibung eine einfache strecke findet.

hätte man auch.

die wär aber nach zwei stunden vorbei gewesen, das war uns zu kurz. und so haben wir die warnungen des hirschmuseumsmitarbeiters, der uns eine karte ausgehändigt und die routen erklärt hat, überhört und sind ganz alleine los auf eine monsterrundtour.

die meiste zeit zu fuß.

zuerst war es nämlich zu steil. das hatte uns der mann auch gesagt, aber dort ging es zum warm empfohlenen belvedere-platz und wir dachten, gut, aussicht bis zum meer, toll, zurück können wir ja runterrollen.

endlich beim belvedere in knapp 1000 meter höhe angekommen (berghoch laufen mit fahrrad ist wirklich etwas schwerer als ohne) genossen wir dann erstmal den wirklich berauschenden ausblick.



vorher hatte wirklich die sonne geschienen. aber das war nicht so schlimm, wir hatten nämlich unterwegs pilzsucher getroffen, die eine gute beute hatten, und pilze sind für mama ja wie baldrian für katzen. für einen pilz legt sie überall eine vollbremsung hin, und so robbte sie erstmal eine weile glücklich durchs unterholz, um unser abendessen zu jagen.

dann war es uns zu blöd den gleichen weg zurück zu fahren und es war auch noch so früh, und wir entschieden uns trotz warnung (schwerer weg, zu weit, man verirrt sich leicht) einen anderen weg zu nehmen und einen längeren rundweg zu machen. wir waren ja jetzt gewohnt das man uns für bekloppt hält, also glaubt man warnungen nicht mehr so leicht.
das ging auch erst ganz gut, aber nach einer weile mussten wir auch bergab schieben, weil der weg so schlecht war, das man nicht fahren konnte ohne sich größerer gefahr auszusetzen. dann gab es eine zeit der verwirrung, weil die karte nicht mehr so verlief wie der weg, und ich dachte schon wir verlaufen uns gnadenlos. es regnete mittlerweile auch und war sehr gemütlich.

irgendwann, nachdem wir schon wieder eine ganz zeit berghoch schieben mussten, kamen wir dann an einen größeren platz und haben pilzsammler gefragt, ob wir jetzt da waren wo wir dachten, und das stimmte dann auch. ab da konnte man dann auch mal fahrrad fahren, das war ganz schön - das war der uns empfohlene weg.

nach 20 minuten etwa kamen wir auch wieder auf eine asphaltstraße, welch ein luxus - und es ging nur noch bergab.
zum glück haben wir nur ein paar leute getroffen unterwegs. ich kam mir mittlerweile doch wirklich ein bisschen blöd vor, mit einem fahrrad in die berge zu fahren, um es dann stundenlang hoch und runter zu schieben. aber am ende haben wir es ja dann zum glück doch noch benutzt.

der rundweg war auch bestimmt mehr als 25 kilometer lang und die hirschmuseumsmitarbeiter haben ganz schön gestaunt, als wir ihnen gezeigt haben wo wir lang sind. zu fuß wären wir bestimmt nicht die halbe strecke gegangen, und so war es trotz allem ein schöner und abenteuriger ausflug.

und außerdem gabs zum abendessen rucola-pfifferlings-lasagne (hallo eric! ich habe das rezept extra mit hergebracht...), und morgen gibt es lecker fleisch mit steinpilzsoße und reis, und nachdem meine mama weg ist kommen einen tag später lisa und frank und die sind ja auch so wander- und pilzfreunde. vielleicht fahren wir ja nochmal hin und gehen den weg ab, den wir heute verschmäht haben. zu fuß dann.

27.11.06

wanderkater, muskeltag

so, ich kann hiermit von meiner ersten, seit einigen jahren vollbrachten und dazu freiwillig unternommenen wanderung berichten! das stimmt mich doch stolz. wer hätte gedacht, dass man mal freiwillig tut, wozu man schon als sehr junger mensch immer gezwungen wurde, nämlich mit schlechten schuhen und ein paar kilos auf dem rücken steinige bergwege runterzukraxeln, um am zielpunkt dann eine halbe stunde zu verschnaufen und dann den rückweg unter erschwerten bedingungen, weil berghoch, anzutreten. aber von vorne.

nachdem ich mama mittwoch wohlbehalten am flughafen abgeholt habe und wir dann schon ein bisschen cagliari gesehen haben und am donnerstag am poetto spaziert sind, haben wir freitag morgen unser bestelltes autochen abgeholt und sind nach baunei gefahren. das ist an der ostküste, etwa halb sardinien hoch. baunei selbst ist ein kleines, an die berge geklebtes dorf. dort gibt es dann eine große hochebene, und von da kann man mehrere kleine buchten auf mehr oder weniger gut begehbaren wegen erreichen.

freitag hatten wir nach drei stunden autofahrt nicht mehr so viel zeit - kurz nach fünf wirds ja auch hier dunkel, und so haben wir für den einstieg ins wanderbusiness die kürzere, aber laut reiseführer schwerere und nur für erfahrene wanderer geeignete strecke genommen - ein bisschen über eine stunde einen sehr steilen und sehr steinigen weg zwischen den bergen runter in die winzigkleine, schöne bucht cala goloritze. wie gut dass meine schuhe aber auch so gar kein profil haben!





aber auch den rückweg haben wir wohlbehalten und in kürzerer zeit als anvisiert überstanden. allerdings glaube ich das die strecke bei einigen grad mehr im sommer wirklich nicht so spaßig ist. jetzt ging es aber, in eineinhalb stunden war man wieder oben und ich habe sogar steine für die arme schildkröte hochtransportiert.

abends sind wir dann ins nahe santa maria navarrese gefahren und haben ein hotel gesucht. das haben wir aber nicht auf anhieb gefunden und siehe da, man frage nur die richtigen leute nach dem weg, da hatten wir schon eine ferienwohnung mit küche angeboten bekommen. ist halt ein sommer-strand-touristenort, wahrscheinlich hat jeder einwohner noch eine ferienwohnung im haus. so konnten wir auch zuhause kochen und mussten kein restaurant beglücken und so haben wir dann beschlossen, das wir zwei nächte bleiben.

am samstag wollten wir eigentlich in eine schlucht wandern, aber dann haben wir uns schon im auto doch noch umentschieden und sind wieder auf die hochebene bei baunei gefahren, um eine längere strecke in eine andere bucht zu wandern. ein stück sind wir mit dem autochen noch die holprige piste entlang, um ein bisschen weg zu sparen, aber irgendwann haben wir gedacht es sei genug und sind zu fuß weiter - noch gute elf kilometer! wir haben aber auch meine lieblingsfreunde wieder getroffen. kühe sind ja ehrlich gesagt viel schöner als pferde.



wir haben drei stunden in die bucht gebraucht, in der es sehr schön war und wir auch ganz alleine waren - allerdings brauchten wir ja nochmal 11 kilometer und drei stunden zurück und hatten deshalb grade mal eine knappe stunde zeit zu bleiben. ich bin nach dem essen eingeschlafen.





aber wir hab es (schon im dunkeln) dann doch noch zum auto geschafft, und als wir nochmal beim supermarkt gehalten haben, hätten unsere beine fast den dienst versagt. das tat echt weh!


sonntag haben wir deshalb keine wirkliche wanderung geplant, sondern sind nach orgosolo gefahren. auf dem weg dorthin sind wir einem wundertunnel begegnet - auf der einen seite war der himmel völlig behangen und es sah nach regen aus, als wir auf der anderen seite rauskamen war keine einzige (!!) wolke zu sehen und ein strahlend blauer himmel. orgosolo ist sardiniens banditendorf, ohhh gefahr gefahr! dort kann man sogenannte murales angucken, politische wandgemälde an den häusern, teilweise auch sehr schön und sehr eindrucksvoll.



viel mehr bietet orgosolo dann aber auch nicht und wir haben uns bald wieder aufgemacht, um in einem nahen wald noch ein stück spazieren zu gehen.
die landschaft auf dem weg nach und dann bei orgosolo hat mir bisher von allen landschaften hier am besten gefallen. ich muss da im frühling auf jeden fall wieder hin, wenn alles grün oder hellgrüner ist und blumen blühen und so.... hier gab es wie gesagt auch so richtige wälder, und auf den ebenen immer wieder große eichen, die ganz gelbrotes laub hatten. mit der sonne sah das so schön aus.... und überall, wirklich überall laufen schweine, ziegen, schafe und kühe frei rum. wir haben sogar auf der schnellstraße eine kuh getroffen, die am rand gefressen hat.




danach sind wir langsam wieder richtung cagliari gefahren und haben noch an der costa rei, der königsküste, im südosten sardiniens halt gemacht, da wurde es aber dann schon wieder dunkel. unterwegs mussten wir aber wie ihr seht den wundertunnel wieder in die andere richtung durchfahren.



von dort dauerte es noch eine stunde bis nach hause. meine schönen schuhe sind glaube ich jetzt tot, oder zumindest bald - die waren auch für salzwasser, steine und geröll nicht geschaffen.
aber es war schööön, schönschön, und haha, es ist ja noch nicht vorbei - fortsetzung folgt!!

21.11.06

sightseeing

mittlerweile bin ich ja schon - hab grade nachgezählt!! - sieben wochen in cagliari, aber wenn man denkt man hat ja noch soo lange zeit, kommt man ja oft nicht dazu mal loszugehen und sich wirklich was anzugucken. nur wenn man selbst besuch hat den man dann tourguiden muss.
dieses wochenende hat joanne zwei michaels aus england zu besuch, und so sind wir samstag mal eine touristenrunde spazierengegangen. und siehe da, hätte ich das am ersten tag auch so gemacht, hätte ich vielleicht auch gleich einen schöneren eindruck von cagliari gehabt als ich ihn in dem nicht so schönen viertel hatte, wo ich die ersten vier tage gewohnt hab.

samstag hatte ich aber keine kamera mit, aber weil heute so schönes wetter war, hab ich mich gestern aufgemacht, einen flohmarkt gesucht (wiedermal nicht gefunden) und bin nochmal in die schönen ecken der stadt gegangen, und das ist ja mal eine gute gelegenheit ein paar wirkliche cagliarifotos zu präsentieren.


auf der bastione - blick auf die kathedrale (glaube ich) im castelloviertel. das castelloviertel ist so eine art altstadtviertel auf einem hügel in cagliari, und mit seinen engen straßen und gassen ist es echt ein anderes cagliari - hat mich ein bisschen an siena erinnert. ein bisschen.




kirchendächer




aussicht vom torre di san pancreus (oder so...); zusammen mit dem zwillingsturm torre dell’elefante zwei wachtürme aus dem 14. jahrhundert, die im castelloviertel auf dem höchsten punkten stehen. auf den hier bin ich hochgegangen. ich hatte meine sonnenblende nicht mit und wie ihr seht ist das wetter hier noch sehr schön sonnig.... hihi!










grüßhüpfer von mir für euch





ich versuche auch manchmal ein paar schön-schöne fotos zu machen....




.... es ist zwar noch warm, die meisten bäume machen sich jetzt aber langsam mal für ihre winterstarre bereit, der hier zum beispiel.
so richtig gelbe und rote blätter-herbst gibt es aber nicht. vielleicht hat man eher herbsteindruck wenn man aus der stadt rausfährt.




mit den beiden michaels war es auch sehr lustig. wir haben england- und deutschlandlandkarten gemalt und wichtige fragen diskutiert wie die, ob es besser ist blind oder taub zu sein, keine arme oder keine beine zu haben und ob wir, wenn wir ein fisch wären und wüssten dass wir gegessen werden, lieber gut schmecken oder giftig sein würden. denkt mal drüber nach!
dann sind wir irgendwie auf mondphasenhölzerne meditationstempel gekommen und ich habe versprochen nach einem praktikumsplatz bei holz und lehm zu fragen. der interessierte michael - theologiestudent - ist sich auch bewusst, dass es bei uns auf dem land rau zugeht und man sich sein essen selber jagen muss, bären zum beispiel. alle denken ich komme aus tiefsten unzivilisierten germanischen gefilden wo man sich wahrscheinlich noch in felle kleidet!! sonst kennen sie black forest und kirsch, was auch immer das sein soll, und ich habe erfolgreich den satz „du bist zum kotzen“ gelehrt.
jedenfalls habe ich entschieden dass ich wohl auch mal nach england fahren muss. sehr praktisch überall leute kennenzulernen.

außerdem habe ich heute einen skorpion auf der straße gefunden. konnte ihn leider nicht mitnehmen, weil er nach berührung mit dem fuß sofort in angriffsposition gegangen ist und ich ihn nicht töten wollte. ist aber schon niedlich, so ein eineinhalb zentimeter kleiner winzling, der todesmutig auf einen losgeht! es gibt also auch hier mitten in cagliari wilde tiere.

mittwoch kommt mama für zwei wochen und ich habe schon ganz eifrig touren geplant. hach ist das toll, wir machen bestimmt ganz schöne sachen! wetter ist gut, samstag waren es 26 grad und gestern bestimmt noch mehr. heute ists bedeckt und hat eben ein bisschen genieselt, aber es ist immernoch schön warm.

damit seid ihr erstmal auf dem neuesten stand - bis bald!

14.11.06

unialltag...

...denn schließlich bin ich ja (eigentlich) zum studieren hier!

wie ihr vielleicht schon gemerkt hab hab ich nicht mehr so viel zu erzählen - was daran liegt, dass sich so langsam ein ganz normaler unialltag einschleicht. so ist das halt wenn man nicht grade nach neapel fährt: man muss aufstehen irgendwann wenn man halt aufwacht, man muss so gegen nachmittag zur uni gehen, dasitzen, zuhören und dann wieder nach hause gehen. ist ja nicht so spannend als dass ich es jeden tag beschreiben müsste.

aber, doch, es gibt schon ein paar kleinere und größere unterschiede und seltsamkeiten hier die ich der erwähnung für würdig befinde, und damit verwirre ich euch jetzt mal.

die seltsamkeiten fangen bei der zahl der unistunden an. in deutschland hat man ja normalerweise 2 stunden pro woche pro veranstaltung. manchmal gibts auch eine einstündige vorlesung oder ein vierstündiges seminar - das dann aber nur alle 2 wochen stattfindet.
das ist hier anders!
es gibt keine veranstaltung unter drei stunden pro woche - bei mir ist es stattdessen noch mehr. ein dreistündiges seminar hat sich irgendwie mysteriöserweise auf vier stunden ausgedehnt, ich hab wohl nicht mitgekriegt wann das offiziell verlautet wurde, aber an einem tag ist es nicht mehr nach einer stunde vorbei sondern auch nach zwei.
mein deutsche-literatur-kurs bei meinem tutor geht sechs stunden die woche - drei mal zwei stunden.
dann habe ich einen anderen deutsche-literatur-kurs bei einer professorin, die nur alle zwei wochen in cagliari weilt. da ist also mal eine woche nichts und in der anderen woche wird alles aufgeholt - 12 stunden die woche. kein scherz! das würde ich gerne mal an der uni leipzig sehen, welcher dozent sich trauen würde 12 veranstaltungsstunden für die nächste woche zu verkünden und dann noch zu sagen „bitte auch zu jeder kommen“.

hier in italien ist ja schon das geniale bachelorsystem in betrieb. das heisst mal knapp gesagt studenten müssen durch klausuren und mündliche prüfungen am ende des semesters punkte sammeln und soundsoviel stunden dafür ablegen. wenn man seinen bachelor gemacht hat kann man sozusagen noch eine spezialisierung mit einem master obendrauf ablegen.

mein tutorkurs ist verwirrenderweise ein zusammengelegter kurs für bachelorstudenten und masterstudenten - die masterstudenten machen zwei stunden mehr pro woche. das führt dann desöfteren zu der tollen situation, dass wir dienstags mit den masterstudenten irgendwas machen und am mittwoch dasselbe dann wiederholt wird, weil ja die hälfte nicht dabei war, weils bachelorstudenten sind. wie überaus sinnvoll und effektiv!

ich habe zwar nicht verstanden wer wieso wieviele stunden machen muss um wieviele punkte zu verdienen; aber offensichtlich reichen für manche studenten 30 stunden. bei 6 stunden pro woche sind diese 30 stunden bald erfüllt - und die können dann einfach im laufenden kurs abbrechen und brauchen nicht mehr kommen, haben ihr soll ja quasi abgetan.

prüfungen am semesterende - „esami“ - sind meist eine klausur und vielleicht zusätzlich noch eine mündliche prüfung. bei meinem tutor darf ich eine hausarbeit schreiben, etwas völlig unitalienisches. er hat sogar erzählt dass manche dozenten keine hausarbeiten schreiben wollen, weil sie finden dass das zu wenig arbeit für die studenten ist, verglichen mit der vorbereitung auf eine klausur. aha!?

ich hab auch noch nicht herausgefunden, ob es eine unterscheidung zwischen seminaren und vorlesungen gibt. irgendwie sind das alles eher seminare, in denen der dozent aber die ganze zeit doziert und vielleicht drei mal irgendwas fragt. als student muss man eigentlich nichts machen außer am ende das esami bestehen - ich hab ja schonmal erwähnt dass man nicht mal an den veranstaltungen teilnehmen muss, man kann hingehen und einee klausur schreiben ohne auch nur einmal da gewesen zu sein. referate oder sonstwas sind, in meinen veranstaltungen jedenfalls, nicht vorhanden und auch diskussionen nicht wirklich.

ich habe mittlerweile beschlossen dass es mir wurscht ist was ich bestehe oder wieviele punkte ich hier mache. offiziell habe ich ja die vorgabe, 30 ects-credits - european credit transfer system oder so - zu machen, denn sonst - ja! sonst anscheinend garnix, denn niemand weiss was genaues, nirgends steht was, an jeder uni funktioniert der erasmuskram anders, ganz zu schweigen von jedem LAND. es kursieren gerüchte dass man sein erasmustipendium zurückzahlen muss, sollte man seine punkte, die man ja vertraglich im hochwichtigen learning agreement mit 4 unterschriften brav abgesegnet hat, nicht erfüllt. ich glaube mittlerweile das ist alles nur drohnung, damit die studenten nicht NUR in der sonne sitzen, sondern auch ein bisschen uni ableisten (das glaubt auch mein tutor, der mir in creditfragen auch nicht weiterhelfen kann und noch unwissender ist als ich).
und im endeffekt habe ich noch von jedem erasmusler bisher gehört das am ende kein schwein die punkte sehen wollte, und das man sein geld zurückzahlen muss steht auch nirgends. also. ich mache ja was, aber sollte ich am ende durch eine prüfung fallen - auch gut! das wollte ich nur mal gesagt haben.

was noch? es gibt keine tische. nur stühle mit so klapptischchen, die etwa die größe meiner beiden handflächen haben. liebe uni leipzig, die ihr grade umbaut: wie wärs mit sowas für die neuen räume? dann sparen wir uns zumindest das tischeraustragen in germanistikseminaren.

10.11.06

essen a-z

anlässlich vermehrter supermarktbesuche in der letzten woche teile ich euch hiermit meine gesammelten erkenntnisse über essen und läden in italien mit.


A
avocados. versuche ich seit längerem zu finden.

auberginen. neuerdings mein absolutes lieblingsfutter!

artischocken. will ich mal probieren, aber ich weiß gar nicht was man damit macht...?

B
brot: brot, so richtig echtes brot, kein brötchen oder baguette, gibt es hier nicht. keine chance. brot ist eigentlich essenstechnisch das einzige was ich wirklich vermisse - und die engländer und spanier mit denen ich hier wohne können mich nicht verstehen, weil die auch nur so pseudobrot kennen. brot ist anscheinend eine sache, in der deutschland mal ganz gut ist.

banenen. bananen mit honig sind DAS neue nachtisch-geheimrezept. joanne hats erfunden.

C
carta igienica: hab ich mich anfangs gut drüber amüsieren können - heißt klopapier.

cinese shops - gibts an jeder ecke drei. italien hat irgendwie eine chineseninvasion momentan. essen kann man da zwar nicht kaufen, aber dafür alles andere, vom pulli über regenschirm bis zum praktischer zimmer-wäscheaufhänger.

D
duschgel, shampoo usw: ist hier gut doppelt so teuer wie in deutschland. ultra beauty 3,50 oder so! tss!

E
eis: natürlich sehr gut hier in italien. das beste eis gibts es aber leider nicht hier, sondern in caserta. unfassbar gut!!!

F
frühstück: italiener frühstücken nicht so richtig. die trinken capucchino und essen ein schokocroissant oder eher noch ein yes-törtchen. aber man muss sich ja nicht an alles anpassen - ich frühstücke seit 2 monaten fast ununterbrochen cornflakes.

G
gemüse: mein hauptnahrungsmittel. hier wird aber eindeutig mehr artischocken, auberginen und zucchini gegessen als in deutschland, dafür hab ich noch keinen kohl gesehen. doch, blumenkohl.
gemüse wird im supermarkt übrigens mit einmalhandschuhen betastet und ausgesucht.

H
handy: handy aufladen kosten hier servicegebühren. kaufst du für 4 euro, zahlst du 1 euro gebühr, hast also 3 euro guthaben. kaufst du für 10, zahlst du 2. ts. dafür kostet sms nur 10 cent.

J
joghurt - mein persönlicher preiskalkulator, um einen supermarkt einzuschätzen. da gibts schwankungen! beispiel müller la crema-joghurt: siena 40 cent, cagliari 65 cent, neapel 80 cent.... ?

K
kaffee: sehr gefährlich. kaffee ist hier espresso, also nicht genießbar für mich. caffee latte oder latte macchiato ist anscheinend auch von mal zu mal was anderes. selbst wenn ich sage: viiiiel milch!!! bringen die mir manchmal nen espresso mit einem klacks schaum drauf. lasse ich also eher sein.

kinderschokolade: sehr beliebt in italien. gibt alles, heisst aber alles anders, und wenn italiener „kinder“ sagen finde ich das immer lustig.

kekse: werde ich massenweise importieren. so gute kekse, aahhhhhh!

M
mortadella: sehr billig und sehr lecker! kein vergleich zu dem, was man bei uns unter mortadella zu kaufen kriegt. der mindestdurchmesser scheint gesetzlich auf 30 zentimeter festgelegt worden zu sein.

N
nudeln. immer gut. ich mag aber keine spaghetti mehr habe ich festgestellt.

O
oeffnungszeiten. hier ist fast alles mittags zu, vom miniladen bis zum kleidergeschäft. mittags heisst: von 13 uhr bis mindestens halb fünf. dafür hat der große supermarkt auch sonntags offen. kompliziert, muss man sich alles merken.

P
pizza. also: pizza hawaii, bei uns so beliebt, existiert gar nicht, noch nirgendwo gesehen. dafür ganz selbstverständlich: pizza mit pommes drauf. und leider nicht mit eigenen augen gesehen, aber auf der speisekarte gelesen: pizza nutella. generell ist pizza hier aber natürlich guuuuuut.

Q
quark. habe ich noch nicht gefunden. ricotta ist ja doch leicht was anderes.

R
reis. ist hier auf risotto ausgelegt, also mit einer konsistenz behaftet die ich schon eher für milchreis halten würde. macht aber nix.

S
schnecken. fallen hierzulande anscheinend unter gemüse, gibts nämlich in jedem supermarkt im kühlregal neben dem salat. wenn man glück hat in eine extra plastikbox gesperrt, wenn man pech hat - nicht. bah.

T
tante-emma-laden. hat hier in cagliari absolut überlebt, ich hab mindestens 10 im 3-minuten-umkreis. in einem kaufe ich mein brot und in einem anderen mein gemüse, und der freundliche herr dort bedient mich auf deutsch, weil er mal in deutschland gelebt hat. ich mag tante-emma-läden. man kann da sogar anschreiben lassen und dann tragen die die schulden in ein kleines buch ein! hach!

U
unterwäschegeschäfte. offensichtlich ein großer fetisch der italiener, es gibt mindestens fünf große ketten und von denen passiere ich täglich jeweils (!!) mindestens drei verschiedene geschäfte.

V
vollmilch. frische milch gibts nicht unter 1 euro, h-milch kostet 80 cent! haben die hier keine kühe oder was.

W
wasser. kauf ich auch in meinem tante-emma-laden und schleppe es mühevoll die treppen hoch.

6.11.06

wie versprochen




ich verrate aber nicht wie ich da hochgekommen bin. (draufklicken machts groesser)

4.11.06

more pictures...

... available now at photobucket.

3.11.06

napoli!

back from naples!

ich schreibe jetzt erstmal wieder auf deutsch, das ist mir sonst zu anstrengend.
viiiel erlebt die letzte woche, die lieber sienaner wiedergesehen, capri, italinische familien... wo anfangen?

vielleicht bei freitag letzter woche; wir sind abends mit der faehre von cagliari nach civitavecchia gefahren, das ist bei rom. faehren nach neapel direkt gehen nur einmal die woche. hier seht ihr das wunderhuebsche cagliari in der oktobersonne vom schiffsdeck aus.



und dann ein schoener sonnenaufgang an deck... nur ich und ein unbekannter typ.




von civitavecchia dann mit dem zug nach neapel, da ausgestiegen und nach drei stunden schlaf mit unserem gepaeck ein bisschen durch die stadt geirrt und kaffe mit anna, felix und christopher getrunken - in kurzes schoenes wiedersehen, weil wir noch nicht wussten wie es weitergeht. gewohnt haben wir ja bei nicis tante und ihhrer familie, in caserta, das ist 40 minuten mit dem (bummel-) zug von napoli entfernt. da sind wir dann hin und waren so tot das wir dann erstmal hundert jahre geschlafen haben.
zum glueck war sonntag zeitumstellung, da fiel das nicht soooo auf.

am sonntag - auch bekannt als THE DAY WE DIDNT STOP EATING - sind wir dann nach limatola, einem kleinen dorf in der naehe, in der eine andere tante von nici und deren ehemann und kinder und nachbarn und irgendwer noch wohnen, also eine grosse familie. dort haben wir sehr anschaulich die italienische esskultur kennengelernt und verinnerlicht. man kann sich hier totessen, oder besser, totgegessen werden. kannst noch tausend mal sagen "non posso" - ich kann nicht mehr; da wird unglaeubig gegrunzt und ein neuer teller hingestellt.

abends wieder entsprechend tot.


am montag haben wir uns auf die suche nach caserta vecchia gemacht, eine art altes burgviertel in der naehe von caserta, mit eben einer art, ja, alten burg und engen gassen und so. dank unserer guten busfindung kamen wir dann auch endlich an und weil nachmittag war haben wir keinen einzigen einwohner gesehen, die kommen dann nicht raus, und hunger hatten wir auch und alles zu. aber es war ne schoene altstadt und ein schoener tag, wenn auch ganz schoen windig. aber fuer mich der erste repraesentative herbsttag, da lagen ja blaetter auf der strasse und ein paar waren rot und so!!!! hab ich echt bisher nicht gesehen hier.
ich kriege dann auch manchmal so halbe heimwehanfaelle, nicht richtig, aber wie es zuhause grade aussieht wuerde ich schon manchmal gerne wissen, und das nici die tage bis weihnachten zaehlt machts auch nicht grade besser....
aus casteravecchia kriegt ihr erstmal nur dieses schoene angeschissene schild zu sehen.





dienstag dann capri. was soll ich sagen... sehr schoen, sehr teuer, sehr reich, sehr viel sonne an dem tag, es war wie sommerurlaub, am 31. oktober, haha, in deutschland schneit es habe ich gehoert??
im sommer wuerde ich dann nicht hinfahren, es war so schon alles voller deutscher und englischer touristen und fuer meinen geschmack zu voll. aber ich lasse ein paar bilder sprechen.









und wenn bei capri die rote sonne im meer versinkt, das hat auch was...



mittwoch dann erster november und puenktlich ganz schreckliches wetter. sueditalienische strassen sind nicht fuer regen gemacht - ein bisschen regen heisst hier sintflut. wenigstens wird dann die hundescheisse mal gruendlich weggespuelt, aber so richtig toll ists nicht. fies ungemuetlich, und weil allerheiligen hier im katholischland ja auch ein echter feiertag ist fuhr mein zug nicht wie gedacht, der bekackte pullmannbus hat eine stunde laenger gebraucht als geplant und die sienaner, die ich an dem tag noch mal treffen wollte - eigentlich um den vesuv anzugucken - mussten ewig im regen auf mich warten.

dann haben wir zwar nur gekocht und geredet und sachen gepackt, aber es war trotzdem so schoen die alle wiederzusehen... hach.


tja und gestern sind wir, wieder im kalten nieselwetter, in casterta im koenigspalast (angeblich beruehmt...?) im schlossgarten spazieren gegangen. die beiden fotos veranschaulichen sehr gut alles was wir auch gesehen haben. der hoehepunkt des tages war die bezwingung eines gittertores nach 10 minuten ueberlegen und unter todesangst, aber das foto der bezwingung ist gut geworden. wird nachgereicht. jetzt muss ich mich hier sputen weil in drei minuten mein account ausgeschaltet wird. ich glaube aber ich habe alles erzaehlt.

ach nee, bin ja wieder in cagliari, hier ist das wetter wieder gut, haha. schneeeeeeeeeeeeee ich kanns nicht glauben. ich bin immernoch sehr gebraeunt. nur zu eurrer information.

aber jetzt, adieu!